Snapmaker U1: DER Toolchanger für den Multimaterial-3D-Druck
Der Snapmaker U1 ist aktuell der günstigste und schnellste Toolchanger-3D-Drucker auf dem Markt: mit vier unabhängigen Druckköpfen, einem Werkzeugwechsel in nur 5 Sekunden und bis zu 80 % weniger Filamentabfall. Wer Multicolor- und Multimaterial-3D-Druck bisher für kompromissbehaftet hielt, sollte den U1 kennen. Wir erklären, was ein Toolchanger ist, warum der U1 alles ändert, und wie du ihn bei 3DJake bekommst.
Was ist ein Toolchanger und warum ist das ein Gamechanger?
Um zu verstehen, warum der Snapmaker U1 so viel Aufmerksamkeit bekommt, muss man kurz zurückschauen: Wie hat Multimaterial-3D-Druck bisher funktioniert?
Die heute verbreitete Lösung sind sogenannte Filament-Wechselsysteme: Bambu AMS, Prusa MMU, Creality CFS sind in der 3D-Druck-Community bekannt. Sie alle funktionieren nach demselben Prinzip: Ein einziges Hotend, eine einzige Düse. Wenn die Farbe oder das Material wechselt, wird das aktuelle Filament zurückgezogen, das neue eingeführt und die Düse durchgespült, so lange, bis kein altes Material mehr drin ist. Das kostet Zeit. Rund zwei Minuten pro Wechsel, teilweise mehr. Und es kostet Material: Die Spülblöcke und Reinigungsstrukturen, die dabei entstehen, landen direkt im Müll. Bei mehrfarbigen Drucken mit vielen Wechseln kann das schnell 30–50 % des Filamentverbrauchs ausmachen, das nie Teil des eigentlichen Modells wird.
Ein Toolchanger löst das Problem an der Wurzel. Statt mehrere Filamente durch einen Kopf zu schleusen, hat jedes Material seinen eigenen, vollständigen Druckkopf mit eigenem Extruder, eigenem Hotend, eigener Düse, eigenem Filamentpfad. Wenn ein Wechsel nötig ist, parkt der Drucker den aktiven Kopf und nimmt einen anderen auf. Kein Spülen. Kein Purge-Block. Nur ein mechanischer Tausch und weiter geht's.
Das Prinzip ist nicht neu. Industriedrucker und High-End-Maschinen wie der Prusa XL arbeiten seit Jahren mit Toolchangern. Während der Prusa XL über 2300 Euro kostet, bekommt man den Snapmaker U1 bereits um etwas über 800 Euro. Das ist der Unterschied, den der U1 macht, und warum er seit seinem Kickstarter-Launch im August 2025 die gesamte 3D-Druck-Community aufgerüttelt hat.

Der Snapmaker U1: Was steckt drin?
► SnapSwap™ Werkzeugwechsel in 5 Sekunden: Das Herzstück des U1 ist das SnapSwap™-System. Vier Werkzeugköpfe sind gleichzeitig im Drucker geladen, vorgeheizt und einsatzbereit, jeder mit seinem eigenen Filament. Wenn der Drucker zwischen Materialien wechselt, fährt der Druckkopf zur Dockingstation, legt den aktiven Toolhead ab und nimmt den nächsten auf. Der gesamte Vorgang dauert laut Snapmaker rund 5 Sekunden. Zum Vergleich: Filament-Wechselsysteme brauchen dafür typischerweise 1–2 Minuten. Bei einem Druck mit 200 Wechseln ist das ein Unterschied von Stunden. Die Werkzeugköpfe werden dabei über kinematische Stahlkugelkupplungen positioniert; ein Mechanismus aus der Präzisionsmesstechnik, der eine reproduzierbare, schraubenlose Verriegelung ohne Magnete oder zusätzliche Motoren ermöglicht. Die Wiederholgenauigkeit liegt unter 0,04 mm. In der Praxis bedeutet das: Kein manuelles Kalibrieren der Druckkopf-Offsets, kein Rätselraten, keine Schichten, die nicht aufeinander passen.
► 80 % weniger Filamentabfall: Da beim Toolchanger kein Filament durch ein fremdes Hotend gespült werden muss, fällt der Abfall dramatisch geringer aus. Der U1 reinigt laut Hersteller nur die geringe Menge an Material, die beim Start eines neuen Druckauftrags oder bei der Durchflusskalibrierung tatsächlich degradiert ist, und reduziert den Abfall so um bis zu 80 % pro Druck. Für Maker, die regelmäßig mehrfarbig drucken, ist das nicht nur ein ökologisches Argument, sondern ein handfester Kostenvorteil.
► CoreXY mit Carbonfaser-Achsen für Geschwindigkeiten bis zu 500 mm/s: Das CoreXY-Bewegungssystem des U1 setzt auf leichte, steife X-Achsen-Schienen aus Carbonfaser, die Druckgeschwindigkeiten von bis zu 500 mm/s und Beschleunigungen von 20 000 mm/s² ermöglichen. Das macht den U1 nicht nur zu einem der schnellsten Toolchanger auf dem Markt, sondern auch zu einem der schnellsten FDM-Drucker in dieser Preisklasse überhaupt! Die leichten Achsen reduzieren außerdem mechanische Resonanzen: Ghosting und Ringing, die sich bei schnellen Richtungswechseln als Artefakte im Druckbild zeigen, werden durch aktives Input Shaping zusätzlich kompensiert.
► Intelligente, vollautomatische Kalibrierung: Der U1 kalibriert sich selbst. Dynamische Durchflusskalibrierung, automatische Vibrationskompensation, Pressure Advance für präzisen Materialfluss bei Richtungswechseln, und ein automatisches Bed Leveling, das von einigen Quellen als eines der besten am Markt bewertet wurde. Die Offset-Kalibrierung zwischen den vier Toolheads läuft automatisch ab und gleicht Differenzen auf unter 0,04 mm aus. Wer schon einmal einen Toolchanger manuell kalibriert hat, weiß, was das bedeutet.
► Automatisches Filament-Management: Bis zu vier Spulen sind gleichzeitig geladen. Offizielle Snapmaker-Filamente werden per RFID automatisch erkannt: Temperatur, Materialtyp, Restmenge. Bei leerer Spule wechselt der U1 im Backup-Modus selbstständig auf eine Reservespule. Kein unterbrochener Druck, kein Materialfehler mitten in einem mehrstündigen Job.
► Klipper-Firmware – offen und anpassbar: Als Firmware-Basis setzt der Snapmaker U1 auf Klipper, den Goldstandard für konfigurierbare, hochperformante FDM-Firmware. Nutzer können über die Fluidd-Oberfläche direkt per IP auf den Drucker zugreifen, Logs einsehen, Klipper-Parameter anpassen und eigene Makros einrichten. Ein Freiheitsgrad, den weder Bambu Lab noch Creality standardmäßig bieten. Die Firmware wurde im März 2026 wie versprochen als Open Source veröffentlicht.
► KI-gestützte Drucküberwachung: Eine integrierte Bauraumkamera beobachtet den Druck in Echtzeit. Die KI erkennt typische Druckfehler wie Spaghetti-Prints oder Hindernisse im Arbeitsraum und stoppt den Druck automatisch, bevor größerer Schaden entsteht.

Der Vergleich: U1 vs. andere Toolchanger
Verglichen mit anderen Toolchangern wie dem Prusa XL oder dem Bambu Lab H2C hat der U1 den leichtesten Druckkopf und X-Achsen-Laufschienen aus Carbonfaser: beides Komponenten, die direkt zu schnelleren Fahrbewegungen beitragen. Weniger Trägheit bedeutet höhere Geschwindigkeit und weniger mechanische Resonanzen. Und das zu einem Preis, der deutlich unter beiden Alternativen liegt.
| Prusa XL | Bambu Lab H2C | Snapmaker U1 | |
| Preis | ~2300 € | ~2250 € | ~850 € |
| Toolheads | bis zu 5 | 2 | 4 |
| Wechselzeit | ~10 s | ~10 s | ~5 s |
| Bauraum | 360 x 360 x 360 mm | 256 x 256 x 256 mm | 270 x 270 x 270 mm |
| Firmware | Klipper | proprietär | Klipper |
Snapmaker U1 vs. Prusa XL
Der Prusa XL ist der etablierte Platzhirsch unter den Desktop-Toolchangern: seit 2022/2023 auf dem Markt, ausgereift, mit einer treuen Community und einem Ruf für mechanische Zuverlässigkeit. Er bietet mit bis zu fünf Toolheads einen Kopf mehr als der U1 und einen deutlich größeren Bauraum von 360 x 360 x 360 mm. Auch die Firmware ist offen: Klipper, vollständig konfigurierbar.
Der Preis ist der entscheidende Knackpunkt: rund 2300 Euro (für nur ein Toolhead; ca. 4000 € für die voller Ausstattung mit fünf Toolheads!) gegenüber 849 Euro für den U1. Und der U1 ist mechanisch in einem entscheidenden Punkt überlegen: Leichtere Druckköpfe und Carbonfaser-X-Achsen bedeuten weniger Trägheit, schnellere Fahrbewegungen und weniger Ghosting bei hohen Geschwindigkeiten. Im direkten Vergleich ist der U1 der schnellere Drucker, obwohl er der günstigere ist. Für Maker, denen der Bauraum des U1 reicht und die kein fünftes Material brauchen, gibt es aus rein technischer Sicht wenig, was den Prusa XL zu seiner mehr als doppelten Preis rechtfertigt.
Snapmaker U1 vs. Bambu Lab H2C
Das ist der komplexeste Vergleich, weil der H2C technisch gesehen kein echter Toolchanger ist, sondern ein Hotend-Wechsler. Das klingt nach einer Nuance, hat aber erhebliche praktische Konsequenzen.
Beim H2C wechselt das sogenannte Vortek-System die Hotends aus, nicht den kompletten Druckkopf. Das bedeutet: Bei jedem Wechsel muss das Filament zurückgezogen, das Hotend geparkt, ein neues aufgenommen, aufgeheizt und das neue Filament geladen werden. Bambu gibt 8 Sekunden Aufheizzeit an; der vollständige Wechselzyklus inklusive Retraction und Reload dauert laut Community-Tests jedoch eher 15 bis 30 Sekunden, in manchen Setups bis zu 45 Sekunden. Beim U1 sind alle Köpfe permanent vorgeheizt und einsatzbereit, und der Wechsel dauert rund 5 Sekunden, weil schlicht nichts aufgewärmt werden muss. 3DHeaven stellte nach intensivem Praxistest fest, dass der U1 den H2C bei Multicolor-Drucken um bis zu 30 % schnellere Gesamtdruckzeiten schlägt, bei identischer Druckqualität.
Wo der H2C aber definitiv punktet: Skalierbarkeit. Das Vortek-Rack fasst sechs Hotends, und in Kombination mit dem AMS 2 Pro sind theoretisch bis zu 26 Farben in einem Druck möglich. Wer regelmäßig Drucke mit mehr als vier Farben oder sehr vielen verschiedenen Materialkombinationen produziert, stößt mit dem U1 an seine strukturelle Grenze. Der H2C ist für diese Anwendungsfälle die konsequentere Lösung, allerdings für den fast dreifachen Preis.
Die Faustregel aus der Community lautet: Wer hauptsächlich 1–4 Farben druckt und schnelle Fertigstellung priorisiert, hat mit dem U1 den strukturellen Vorteil. Wer regelmäßig mehr als vier Materialien kombiniert und maximale Flexibilität braucht, ist beim H2C besser aufgehoben, trotz höherem Preis.
Snapmaker U1 vs. Prusa Core One INDX
Eine neue Alternative, die im ersten Quartal 2026 als Upgrade-Kit für Prusa Core One-Drucker erschienen ist: Das INDX-System von Bondtech wechselt nicht den kompletten Druckkopf, sondern nur die Düse: Eine passive Düse wird vom "smarten" Druckkopf mit eigenem Heizelement aufgenommen. Das System bietet bis zu acht Düsen und eine neuartige Eddy-Current-Kalibrierung, die laut Prusa rund 20x schneller ist als das bisherige PIN-System des Prusa XL. Als reines Upgrade-Kit für bestehende Core-One-Drucker kostet es je nach Konfiguration 499–699 Euro, die Basismaschine ist dabei nicht inbegriffen.
Der U1 ist demgegenüber eine sofort einsatzbereite, vollständige Lösung: kein Basisgerät nötig, kein manuelles Aufrüsten, direkt aus der Box druckbereit. Wer mehr als vier Materialien gleichzeitig braucht und ein Core-One-System bereits besitzt, ist mit INDX gut beraten. Wer von null startet und einen kompletten Drucker sucht, ist mit dem U1 schneller und günstiger am Ziel.
Was kann der U1 drucken?
Der U1 ist für alle ausgelegt, die Multimaterial- und Multicolor-Druck ernsthaft betreiben wollen. Multicolor-Modelle sind der offensichtlichste Anwendungsfall: Figuren, Logos, Designobjekte mit bis zu vier Farben. Über den Snapmaker Orca Slicer lassen sich durch Color-Mixing-Techniken sogar deutlich mehr als vier Farbtöne in einem Druck realisieren.
Multimaterial-Kombinationen sind der eigentliche Stärkenbereich eines Toolchangers. Wenn jedes Material seinen eigenen Kopf hat, gibt es keine Kompromisse bei der Temperatur, keine Vermischung, keine Reinigungszyklen zwischen inkompatiblen Materialien. TPU kombiniert mit PLA, PVA als lösbares Stützmaterial unter einer PETG-Struktur, PA für funktionale Teile mit flexiblen TPU-Elementen. All das ist mit dem U1 nicht nur möglich, sondern zuverlässig reproduzierbar.
Funktionale Bauteile mit Stützstrukturen profitieren besonders: PVA als wasserlösliches Stützmaterial lässt sich im U1 problemlos mit anderen Materialien kombinieren, weil kein Querkontakt mit dem Haupt-Hotend stattfindet. Das Ergebnis sind komplexe Geometrien mit sauber entfernten Supports, ohne Nacharbeit. Der Bauraum von 270 x 270 x 270 mm bietet ausreichend Platz für die meisten Maker-Projekte und liegt minimal über dem der Bambu-P-Reihe.
Kompatible Materialien beim Snapmaker U1:
- PLA (alle Varianten, inkl. High-Speed PLA),
- PETG,
- TPU (flexibel, mehrere Härtegrade),
- PVA (wasserlösliches Stützmaterial),
- PCTG,
- ABS & ASA (mit Top Cover empfohlen),
- PA (Nylon),
- PC (Polycarbonat),
- carbon- und glasfaserverstärkte Filamente,
- weitere technische Kunststoffe.
Was sagt die Community?
Der U1 hat seit seinem Launch eine breite und überwiegend begeisterte Resonanz ausgelöst. In unabhängigen Tests wurde er als erschwinglicher Toolchanger gelobt, der tatsächlich hält, was er verspricht, mit Lob für den reibungslosen Werkzeugwechsel, die exzellente automatische Bettnivellierung, die direktgetriebenen Druckköpfe und den großzügigen Bauraum. Der Editor's Choice Award mehrerer renommierter Tech-Publikationen spricht für sich.
Was Praxistests besonders hervorheben: Durch den schnellen Toolhead-Wechsel werden Multicolor-Drucke gegenüber Hotend-Wechselsystemen bis zu 30 % schneller fertig und liefern dabei identische Druckqualität. Besonders beeindruckend aus dem Praxisbetrieb: Vierfarbige TPU-Drucke mit ungetrockneten, unkalibriertem Filament liefen problemlos über 84 bis 105 Stunden durch, mit nur wenigen Fehlern. Das zeigt, wie robust das SnapSwap-System im echten Dauerbetrieb ist.
Was die Community offen diskutiert: Die Snapmaker-App bleibt hinter dem Bambu-Lab-Ökosystem zurück: Sie erlaubt Monitoring, Kameraüberwachung und Dateisteuerung, aber keinen direkten Druckstart aus einer Modellbibliothek auf dem Smartphone. Für die meisten Maker, die ohnehin über den Slicer am Rechner arbeiten, ist das kein Hindernis, aber wer das nahtlose Mobile-Erlebnis von Bambu gewohnt ist, sollte das einkalkulieren.
Ein weiterer ehrlicher Punkt: Der Basisdrucker ist semi-geschlossen: Es gibt Seitenpanele und eine Glastür vorne, aber kein Top Cover. Er ist offiziell für PLA, PETG, TPU, PVA und PCTG freigegeben. ABS, ASA, PA und PC erfordern das optionale Top Cover, das separat erhältlich ist. Für alle, die hauptsächlich mit PLA und PETG drucken, ist die Basismaschine jedoch vollkommen ausreichend!
Zur Lautstärke: Im Betrieb misst der U1 rund 55 dB auf einem Meter Abstand – merklich lauter als ein vollständig geschlossener Bambu Lab P1S, aber im normalen Rahmen für einen offenen CoreXY-Drucker dieser Leistungsklasse. Mit montiertem Top Cover sinkt der Wert auf 49 dB. Der BIQU PopCap als kompatibles Zubehör reduziert die Lautstärke laut Herstellerangaben sogar um bis zu 15 dB. Wer den Drucker im Wohnzimmer betreibt, sollte das einplanen; in der Werkstatt oder im Keller ist es dahingegen kein Thema.
Zum Aufbau: Die Angaben in der Community variieren zwischen 45 Minuten und rund 3 Stunden, je nach Vorkenntnissen. Der Drucker wird teilmontiert geliefert, die Schritte sind gut dokumentiert und auch für Einsteiger machbar. Die anschließende Kalibrierung läuft geführt über das Touchdisplay und dauert nochmals etwa eine Stunde. Wer sich Zeit nimmt und die Anleitung liest, hält noch am selben Tag die ersten Drucke in der Hand.
Wo hat der U1 seine Grenzen?
Wer regelmäßig mehr als vier Materialien gleichzeitig braucht oder das mobile Druckerlebnis von Bambu gewohnt ist, sollte die Alternativen im Vergleichsabschnitt oben sorgfältig lesen. Und wer viel mit ABS, ASA oder PA drucken möchte, sollte das Top Cover gleich mitplanen, denn ohne geschlossene Kammer empfiehlt Snapmaker für diese Materialien keine Freigabe.
Abgesehen davon: Der U1 zum Preis von ca. 850 Euro ist ein Angebot, das es in dieser Form vorher nicht gab. Der nächste vergleichbare Toolchanger kostet mehr als das Doppelte. Das ist der eigentliche Grund, warum er den Markt aufgemischt hat, und warum er es weiterhin tut.
Technische Daten auf einem Blick!
| Abmessungen | 584 x 499 x 730 mm |
| Gewicht | 18,2 kg |
| Bauvolumen | 270 x 270 x 270 mm |
| max. Druckgeschwindigkeit | 500 mm/s |
| max. Beschleunigung | 20 000 mm/s² |
| Anzahl der Werkzeugköpfe | 4 |
| max. Flussrate | 32 mm³/s |
| Düse | Stainless Steel, 0,4 mm |
| max. Drucktemperatur | 300 °C |
| max. Heizbetttemperatur | 100 °C |
| Bauplatte | flexible PEI Federstahlplatte |
| Materialkompatibilität |
PLA, PETG, TPU, PVA, PCTG (Basic) PET, ABS, ASA, PA, PC (mit Top Cover) CF- & GF-verstärkte Polymere (mit Top Cover & gehärteter Düse) |
| Gerätedisplay | 3,5 Zoll, 320 x 480 Touchscreen |
| Schnittstelle | WiFi, USB Flash Drive |
| Kamera | Kammerkamera mit 2 Megapixel |
| Nivellierung | Mesh-Bed Nivellierung, automatisch |
| automatische Kalibrierung | Active Vibration Control Automatic Flow Compensation Automatic Toolhead Offset Calibration |
| automatisches Filamentsystem | Auto-feed Backup Mode Filament RFID Recognition |
| Failure Detection | Air Printing Detection Filament Run Out Detection Power Loss Recovery |
| Anomaly Detection | Toolhead Swap Error Detection Build Plate Obstruction Detection Build Plate Presence Detection |
| unterstützte Slicer | Snapmaker Orca, Orcaslicer |
| Betriebssystem | Windows, macOS, Linux |
| Firmware | Klipper |
Im Lieferumfang:
- 1 x Snapmaker U1
- Werkzeugbox
- 4 x Werkzeugköpfe mit Hotend
- 4 x SnapSpeed PLA Filament
- 4 x Filamenthalterungen
- 1 x Safety Guidelines
- 1 x Quick Start Guide
- 2 x Filament Feeder
- 1 x Filamentabfall-Behälter
- 4 x Kabel für Werkzeugköpfe
- 1 x AC Netzkabel
Fazit: Für wen lohnt sich der Snapmaker U1?
Eines vorweg: Die häufige Aussage, der U1 sei „nichts für Einsteiger", ist nach den Praxiserfahrungen der Community so pauschal nicht richtig. Der Aufbau dauert weniger als eine Stunde, die Kalibrierung läuft Schritt für Schritt geführt über das Touchdisplay, die vollautomatische Bettnivellierung, RFID-Filamentkennung und vorinstallierten Toolheads nehmen dem Einstieg viel von der technischen Hürde, die ältere 3D-Drucker noch hatten.
Was stimmt: Wer von Null kommt und noch nie mit einem Slicer gearbeitet hat, braucht eine kurze Eingewöhnungsphase mit Snapmaker Orca. Und wer erwartet, direkt vom Smartphone aus Modelle zu starten wie beim Bambu-Ökosystem, wird feststellen, dass die App des U1 das noch nicht kann. Aber das sind keine Einsteiger-Barrieren, sondern Komfortfragen. Der Drucker selbst ist zugänglich.
Für wen lohnt sich der U1 also am meisten?
- Für Maker und Kreative, die mehrfarbig drucken wollen, und zwar endlich ohne Berge von Spülabfall und ohne stundenlange Wartezeiten. Wer bunte Figuren, farbige Designs oder personalisierte Objekte drucken möchte und bisher an den Kosten und dem Frust von AMS-Systemen gescheitert ist, findet im U1 den saubersten und schnellsten Einstieg in echten Multicolor-Druck.
- Für Maker mit technischem Anspruch, die TPU mit PLA kombinieren, lösbare PVA-Supports einsetzen oder funktionale Teile aus PA mit flexiblen Elementen aus TPU drucken – alles, woran Filament-Wechsler regelmäßig scheitern oder zumindest leiden.
- Für alle, die Wert auf Offenheit legen: Klipper-Firmware, Open Source seit März 2026, volle Konfigurierbarkeit über Fluidd. Wer seinen Drucker nicht in einem geschlossenen Ökosystem eingesperrt haben möchte, ist hier richtig.
- Für Familien und neugierige Einsteiger, die von Anfang an mehrfarbig drucken wollen, ohne zuerst einen günstigeren Drucker kaufen und später upgraden zu müssen. Der U1 bietet Profi-Funktionen in einer Maschine, die sich auch für den ersten Kontakt mit 3D-Druck eignet.

Häufig gestellte Fragen zum Snapmaker U1
Ist der Snapmaker U1 für Anfänger geeignet? Ja, der Aufbau ist Schritt für Schritt dokumentiert und auch ohne Vorkenntnisse machbar. Die Kalibrierung läuft automatisch über das Touchdisplay. Wer noch nie mit einem Slicer gearbeitet hat, braucht eine kurze Eingewöhnungsphase mit Snapmaker Orca, aber der Einstieg ist deutlich zugänglicher als bei früheren Snapmaker-Modellen.
Wie laut ist der Snapmaker U1? Im Betrieb ca. 55 dB auf einem Meter Abstand. Mit dem optionalen Top Cover sinkt der Wert auf 49 dB, der BIQU PopCap Cover reduziert die Lautstärke beispielsweise. Für Wohnzimmer oder Schlafzimmer ist eine Gehäuselösung empfehlenswert.
Brauche ich das Top Cover für Snapmaker U1? Für PLA, PETG, TPU und PVA ist das Basisgerät ausreichend. Für ABS, ASA, PA, PC und andere technische Materialien ist ein geschlossener Bauraum empfohlen.
Kann ich mit dem Snapmaker U1 Filamente von Drittanbietern verwenden? Ja. Alle 1,75-mm-Filamente sind kompatibel, die RFID-Erkennung funktioniert jedoch nur mit offiziellen Snapmaker-Filamenten. Materialtemperaturen und Profile müssen bei Drittanbieter-Filamenten manuell im Slicer eingestellt werden.
Kann ich mehr als 4 Farben drucken? Mit den vier Toolheads sind standardmäßig 4 Farben gleichzeitig möglich. Über Farb-Mixing-Techniken im Snapmaker Orca Slicer lassen sich deutlich mehr als vier Farbtöne in einem Druck realisieren; Community-Drucke mit bis zu 15 verschiedenen Farbtönen wurden bereits dokumentiert.
Ist der Snapmaker U1 mit OrcaSlicer kompatibel? Ja. Snapmaker Orca basiert auf OrcaSlicer und ist für den U1 optimiert. Technisch versierte Nutzer können auch den originalen OrcaSlicer oder andere Klipper-kompatible Slicer verwenden.
Wie lange hält ein Werkzeugwechsel? Das SnapSwap-System wurde für über 1.000.000 Wechselvorgänge ohne Ausfall getestet. Im Alltag bedeutet das: kein nennenswerter Verschleiß durch normalen Gebrauch.
Wir haben den Snapmaker U1 ausprobiert und sind begeistert
Natürlich mussten wir selbst ran. Wir haben den Snapmaker U1 ausgiebig getestet, von ersten einfachen Multicolor-Drucken bis hin zu komplexeren Projekten mit mehreren Materialien gleichzeitig. Die Ergebnisse haben uns ehrlich gesagt selbst überrascht: saubere Farbübergänge, präzise Schichten, kein Versatz zwischen den Köpfen, und das von Anfang an. Was auf dem Papier nach Technik klingt, wird am fertigen Objekt in der Hand greifbar. Der U1 liefert, was er verspricht und macht dabei noch Spaß!


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